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Investition

Realistische Rendite und Entnahmerate: Mit welchen Annahmen Unternehmer ihr Vermögen planen sollten und wie viel sie jährlich entnehmen können

Jede Vermögensplanung steht auf zwei Annahmen: wie schnell das Kapital wächst und wie viel später herausfließen darf. Schon kleine Unterschiede verschieben das nötige Zielvermögen um Hunderttausende Euro. Hier lesen Sie, welche Annahmen vertretbar sind und wo bekannte Faustregeln an ihre Grenzen kommen.

Weit ausschwingende Betontreppe in einer Halle.
Kurz gefasst
  • Für 120.000 Euro im Jahr braucht es bei 3 Prozent Entnahmerate rund 4 Millionen Euro, bei 3,75 Prozent rund 3,2 Millionen und bei 5 Prozent rund 2,4 Millionen Euro.
  • Aus angenommenen 5 Prozent Bruttorendite werden nach 0,5 Prozent Kosten, Abgeltungsteuer und 2 Prozent Inflation in einem privaten Depot real nur rund 1,3 Prozent.
  • Steigt eine Entnahme von 120.000 Euro jährlich mit 2 Prozent Inflation, reichen 3,2 Millionen Euro bei 4 Prozent Nettorendite rund 37 Jahre, bei 3 Prozent rund 30 Jahre.
  • Dieselben zehn Jahresrenditen in umgekehrter Reihenfolge führen im Rechenbeispiel bei laufender Entnahme zu rund einer Million Euro Unterschied im Vermögen.

Ein Vermögensplan sieht auf dem Papier oft solider aus, als er ist. Der Grund liegt selten in den Einzahlungen, sondern in zwei Prozentzahlen, die kaum jemand hinterfragt: der Rendite, mit der das Kapital wachsen soll, und der Rate, mit der es später entnommen wird. Beide werden häufig zu optimistisch angesetzt, und beide wirken über Jahrzehnte.

Dabei sind es zwei verschiedene Fragen für zwei verschiedene Lebensphasen. In der Aufbauphase zählt, wie schnell Kapital wächst. In der Entnahmephase zählt, wie verlässlich es Einkommen liefert, auch in schlechten Jahren. Wer beide Phasen mit derselben Zahl rechnet, plant an der Wirklichkeit vorbei.

Welche Rendite ist für die Vermögensplanung realistisch?

Realistisch ist eine Rendite, die nach Kosten, Steuern und Inflation trägt und zur jeweiligen Phase passt. Für den langfristigen Aufbau mit hohem Aktienanteil ist eine Planungsannahme von rund 6 bis 7 Prozent nominal vor Steuern vertretbar, für die Entnahmephase sollte sie deutlich niedriger liegen. Jede dieser Zahlen ist eine Annahme, keine Zusage.

Die Rechnung, mit der sich ein Zielvermögen berechnen lässt, arbeitet mit rund 7 Prozent jährlichem Wachstum in der Aufbauphase. Bei einem Ziel von rund 3,2 Millionen Euro und 15 Jahren ergibt das einen Vermögensbeitrag von rund 127.000 Euro im Jahr. Diese 7 Prozent sind eine nominale Annahme für ein überwiegend in Aktien und Sachwerten angelegtes Vermögen, das in einer effizienten Struktur gehalten wird, in der Steuern auf Erträge weitgehend aufgeschoben sind. Sie sind kein Durchschnitt, den ein Markt Ihnen schuldet.

Drei Fehler begegnen mir in Vermögensplänen immer wieder. Erstens wird mit zweistelligen Renditen gerechnet, weil einzelne Jahre oder einzelne Anlagen sie geliefert haben. Zweitens fehlen Kosten und Steuern, obwohl sie jedes Jahr anfallen. Drittens wird die Rendite der Aufbauphase unverändert in die Entnahmephase übernommen. Jeder dieser Fehler lässt ein Ziel erreichbarer erscheinen, als es ist, und keiner fällt auf, solange die Märkte steigen.

Warum rechnet die Entnahmephase mit einer niedrigeren Rendite?

Weil sich Aufgabe und Risiko ändern. In der Aufbauphase kann ein Einbruch ausgesessen werden, weil weiter eingezahlt und nichts verkauft wird. In der Entnahmephase muss jedes Jahr Geld fließen, auch nach einem schlechten Börsenjahr. Ein größerer Teil liegt deshalb in liquiden, schwankungsärmeren Anlagen, die im Schnitt weniger abwerfen.

Im Aufbau ist eine Kursschwankung vor allem eine Belastung für die Nerven. Solange Sie nicht verkaufen, bleibt ein Verlust ein Verlust auf dem Papier, und neue Beiträge kaufen sogar günstiger ein. In der Entnahme kehrt sich das um. Wer nach einem Einbruch von 25 Prozent die gewohnte Summe entnimmt, muss mehr Anteile verkaufen als geplant, und diese Anteile fehlen bei der Erholung.

Deshalb verschiebt sich mit dem Übergang die Aufteilung des Vermögens. Ein Teil wird zur Liquiditätsreserve, die zwei bis drei Jahresentnahmen abdeckt, damit in schwachen Jahren nichts unter Druck verkauft werden muss. Dieser Teil bringt wenig Rendite, er kauft Zeit. Wie sich Vermögen in Schichten mit unterschiedlicher Aufgabe gliedert, beschreibt der Beitrag zur Anlagestrategie für Unternehmer.

Nominal, real, nach Steuern: Was bleibt von einer Rendite übrig?

Weniger, als die Ausgangszahl vermuten lässt. Von der Bruttorendite gehen Produkt- und Verwaltungskosten ab, dann Steuern auf die Erträge, schließlich die Inflation. Aus angenommenen 5 Prozent brutto werden in einem privaten Depot nach diesen drei Abzügen real nur rund 1,3 Prozent. Für eine tragfähige Planung zählt diese letzte Zahl.

Rechenbeispiel: von der Brutto- zur Realrendite
Angenommene Bruttorendite, gemischtes Portfolio5,0 %
Abzüglich laufender Kosten, angenommen0,5 %
Rendite nach Kosten4,5 %
Nach Abgeltungsteuer und Soli auf den Ertrag (26,375 %)rund 3,3 %
Abzüglich angenommener Inflation2,0 %
Realrendite nach Kosten und Steuernrund 1,3 %

Vereinfachte Annahmen: private Anlage, Erträge jährlich vollständig versteuert, ohne Kirchensteuer und Sparerpauschbetrag. In einer Holding oder bei langer Haltedauer ohne Verkauf fällt die laufende Steuerlast geringer aus. Die Zahlen sind ein Beispiel, keine Prognose.

Für die Planung folgen daraus zwei Dinge. Erstens ist die Steuer auf Kapitalerträge kein Detail, sondern einer der größten Posten der Rechnung. Ob Erträge privat oder in einer Kapitalgesellschaft entstehen, verändert die Nettorendite deutlich, wie der Beitrag zu Wertpapieren in der GmbH und ihrer Besteuerung zeigt. Zweitens verschiebt die Inflation nicht nur die Rendite, sondern auch das Ziel selbst.

Die 10.000 Euro netto im Monat, auf denen das Zielvermögen von rund 3,2 Millionen Euro beruht, sind eine nominale Größe. Wer damit die Kaufkraft von heute meint, braucht bei angenommenen 2 Prozent Inflation in 15 Jahren rund 13.500 Euro im Monat, und das Zielvermögen steigt bei gleicher Entnahmerate auf rund 4,3 Millionen Euro. Das ist kein Grund, das Ziel zu verwerfen. Es ist ein Grund, es regelmäßig nachzurechnen und offen festzuhalten, ob es nominal oder in heutiger Kaufkraft gemeint ist.

Eine Rendite ist eine Annahme, keine Zusage. Ein guter Plan trägt auch dann noch, wenn die Annahme ein paar Jahre lang nicht eintritt.

Sven Lorenz

Wie viel darf man jährlich aus dem Vermögen entnehmen?

Das hängt davon ab, ob das Kapital erhalten bleiben oder planmäßig verbraucht werden soll, und wie lange es reichen muss. Für eine erste Zielbestimmung sind 3 bis 4 Prozent des Anfangsvermögens eine vorsichtige Größenordnung. Bei 3,75 Prozent tragen 3,2 Millionen Euro rund 10.000 Euro im Monat, bei 3 Prozent nur rund 8.000 Euro.

Zielvermögen und Monatsbetrag je Entnahmerate
EntnahmerateZielvermögen für 120.000 € im JahrMonatliche Entnahme aus 3,2 Mio. €Einordnung
3 %rund 4,0 Mio. €rund 8.000 €Vorsichtig, auch für sehr lange Horizonte
3,75 %rund 3,2 Mio. €rund 10.000 €Grundlage der Beispielrechnung
4 %rund 3,0 Mio. €rund 10.700 €Bekannte Faustregel, eher obere Grenze
5 %rund 2,4 Mio. €rund 13.300 €Nur mit Kapitalverzehr oder hohen Renditen tragfähig

Zwischen 3 und 5 Prozent Entnahmerate liegen für dasselbe Einkommen 1,6 Millionen Euro Zielvermögen. Die Rate ist damit die einflussreichste einzelne Annahme im gesamten Plan. Sie hängt vor allem an zwei Fragen: Wie lange muss das Geld reichen, und soll es am Ende noch vorhanden sein?

Hinzu kommt die Frage, welchen Betrag das Vermögen überhaupt allein tragen muss. Die 120.000 Euro der Beispielrechnung sind als verfügbares Einkommen gedacht. Weitere Einkünfte senken diesen Betrag: Mieten, eine gesetzliche oder private Rente, Ausschüttungen aus einem Unternehmen, an dem Sie beteiligt bleiben. Umgekehrt erhöhen Steuern auf die Entnahme den Bruttobetrag, der aus dem Vermögen fließen muss. Ziehen Sie deshalb zuerst alle sicheren Einkünfte nach Steuern vom Wunscheinkommen ab und wenden Sie die Entnahmerate erst auf die verbleibende Lücke an.

Eine Entnahme, die jedes Jahr mit der Inflation steigt, zehrt das Kapital langsam auf, wenn die Nettorendite nicht ausreicht. Das ist kein Fehler, solange es geplant ist. Die folgende Übersicht rechnet für 3,2 Millionen Euro durch, wie lange das Vermögen bei unterschiedlichen Nettorenditen reicht.

Rechenbeispiel: Reichweite von 3,2 Mio. € bei 120.000 € Entnahme, jährlich um 2 % steigend
Nettorendite pro JahrReichweiteWas das bedeutet
3 %rund 30 JahreEin Ausstieg mit 60 trägt bis etwa 90
4 %rund 37 JahreDas Kapital wird sehr langsam verbraucht
5 %rund 49 JahreDas Kapital bleibt über Jahrzehnte weitgehend erhalten
6 %mehr als 80 JahreDie Erträge übersteigen die steigende Entnahme

Taugt die 4-Prozent-Regel für Unternehmer?

Als grobe Orientierung ja, als Plan nein. Die Regel stammt aus Auswertungen historischer US-Marktdaten für einen Ruhestand von 30 Jahren und berücksichtigt weder deutsche Steuern noch Produktkosten. Unternehmer steigen oft früher aus, brauchen das Vermögen länger und wollen es häufig übertragen. Für sie ist eine vorsichtigere Rate meist die solidere Grundlage.

Die Regel besagt im Kern: Wer im ersten Jahr 4 Prozent seines Vermögens entnimmt und diesen Betrag danach jährlich um die Inflation erhöht, wäre in den untersuchten historischen Zeiträumen in aller Regel 30 Jahre lang ausgekommen. Das Kapital durfte dabei aufgebraucht werden. Die Regel ist also eine Verbrauchsregel mit begrenztem Horizont und keine Formel für dauerhaften Kapitalerhalt.

Für Unternehmer passt dieser Rahmen nur bedingt. Wer mit 58 oder 60 aussteigt, plant eher mit 30 bis 35 Jahren. Wer Vermögen an die nächste Generation weitergeben will, darf es nicht verbrauchen. Hinzu kommen Steuern auf Erträge und laufende Kosten, die in der ursprünglichen Rechnung fehlen. Deshalb arbeitet die Beispielrechnung mit 3,75 Prozent, und für sehr lange Horizonte kann auch das noch zu hoch sein. Eine niedrigere Rate ist vor allem angebracht, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Der Ausstieg liegt vor dem 60. Lebensjahr, der Entnahmehorizont also bei mehr als 30 Jahren.
  • Das Vermögen soll weitgehend erhalten und später übertragen werden.
  • Ein großer Teil der Erträge wird voll besteuert, etwa Zinsen oder Mieten ohne Strukturvorteil.
  • Die Entnahme lässt sich nicht flexibel kürzen, weil feste Verpflichtungen daran hängen.

Was ist das Reihenfolgerisiko, und wie begrenzen Sie es?

Das Reihenfolgerisiko beschreibt, dass dieselben Renditen in anderer Reihenfolge zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen, sobald Geld entnommen wird. Schlechte Jahre zu Beginn der Entnahmephase wiegen schwer, weil dann Anteile zu niedrigen Kursen verkauft werden. Begrenzen lässt es sich durch eine Liquiditätsreserve, flexible Entnahmen und eine vorsichtige Anfangsrate.

Rechenbeispiel: dieselben zehn Jahresrenditen in zwei Reihenfolgen
Startvermögen3,2 Mio. €
Entnahme zu Jahresbeginn120.000 €, konstant
Jahresrenditenminus 25 %, minus 10 %, sechsmal plus 8 %, plus 20 %, plus 22 %
Durchschnittliche Rendite, geometrischrund 4,6 % pro Jahr
Schlechte Jahre zuerst: Vermögen nach zehn Jahrenrund 2,87 Mio. €
Schlechte Jahre zuletzt: Vermögen nach zehn Jahrenrund 3,86 Mio. €

Ohne Entnahmen führen beide Reihenfolgen zum selben Ergebnis. Erst die Entnahme macht die Reihenfolge entscheidend. Vereinfachte Annahmen ohne Steuern, Kosten und Inflation; die Renditen sind frei gewählt und keine Prognose.

Der Unterschied von rund einer Million Euro entsteht ohne jede andere Anlageentscheidung. Im ersten Fall werden in den beiden Verlustjahren Anteile zu niedrigen Kursen verkauft, um die Entnahme zu finanzieren. Diese Anteile nehmen an der späteren Erholung nicht mehr teil. Im zweiten Fall ist das Vermögen bereits gewachsen, wenn die schwachen Jahre kommen, und verkraftet sie leichter. Die kritische Phase sind deshalb die ersten Jahre nach dem Ausstieg. Was in dieser Zeit verloren geht, fehlt für den gesamten restlichen Ruhestand.

Drei Mittel begrenzen dieses Risiko. Eine Liquiditätsreserve von zwei bis drei Jahresentnahmen erlaubt es, in schwachen Jahren nicht verkaufen zu müssen. Eine flexible Entnahme, die nach Verlustjahren vorübergehend etwas niedriger ausfällt, entlastet das Kapital spürbar. Und eine vorsichtige Anfangsrate schafft einen Puffer, bevor er gebraucht wird. Wer mit Anfang fünfzig plant, sollte diesen Übergang von Beginn an mitdenken, wie der Beitrag zum Vermögensaufbau mit 50 zeigt.

Mit welchen Annahmen sollten Sie Ihren Plan rechnen?

Mit getrennten Annahmen für Aufbau und Entnahme, jeweils nach Kosten und Steuern, und mit einem klaren Blick auf die Kaufkraft. Rechnen Sie zusätzlich ein vorsichtiges Szenario durch, etwa mit zwei Prozentpunkten weniger Rendite. Trägt der Plan auch dann, ist er belastbar. Trägt er nur im günstigen Fall, braucht er höhere Beiträge oder mehr Zeit.

  • Aufbaurendite: nominal, nach Kosten, passend zur tatsächlichen Aufteilung des Vermögens, nicht zur besten Anlage darin.
  • Entnahmerate: abgeleitet aus dem Horizont und der Frage, ob das Kapital erhalten bleiben soll.
  • Inflation: ausdrücklich angesetzt, damit klar ist, ob das Ziel nominal oder in heutiger Kaufkraft gemeint ist.
  • Steuern: je nach Ort der Anlage, privat oder in der Holding, getrennt gerechnet.
  • Vorsichtiges Szenario: mindestens eine Rechnung mit deutlich schwächerer Rendite.

Was das vorsichtige Szenario bewirkt, zeigt eine einfache Gegenrechnung. Erreicht die Aufbauphase statt 7 nur 5 Prozent, wachsen 127.000 Euro im Jahr in 15 Jahren auf rund 2,74 Millionen Euro statt rund 3,19 Millionen. Die Lücke von rund 450.000 Euro lässt sich durch einen höheren Beitrag, eine effizientere Struktur oder zwei zusätzliche Jahre schließen, wenn sie früh erkannt wird. Warum dabei jedes Jahr Aufschub besonders teuer ist, rechnet der Beitrag zu den Kosten des Wartens im Vermögensaufbau vor.

Für den Aufbau des Plans gilt dieselbe Reihenfolge wie im Vermögensplan in fünf Schritten: erst die Zahl, dann die Struktur, dann die Anlage. Renditeannahmen gehören an das Ende dieser Kette, nicht an ihren Anfang.

Häufige Fragen

Wie viel Vermögen braucht man für 5.000 Euro im Monat?

Für 5.000 Euro im Monat, also 60.000 Euro im Jahr, sind bei einer Entnahmerate von 3,75 Prozent rund 1,6 Millionen Euro nötig, bei 3 Prozent rund 2 Millionen und bei 4 Prozent rund 1,5 Millionen Euro. Ob der Betrag netto oder brutto gemeint ist und ob er mit der Inflation steigen soll, verändert das Ergebnis deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen nominaler und realer Rendite?

Die nominale Rendite ist die ausgewiesene Wertentwicklung in Euro. Die reale Rendite berücksichtigt zusätzlich die Inflation und zeigt, wie stark die Kaufkraft tatsächlich wächst. Bei 7 Prozent nominal und 2 Prozent Inflation liegt die reale Rendite bei rund 4,9 Prozent. Für langfristige Ziele ist die reale Rendite die aussagekräftigere Zahl.

Ist eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr realistisch?

Als langfristige Planungsannahme für ein überwiegend aktienorientiertes Vermögen in einer effizienten Struktur kann sie vertretbar sein, als Erwartung für einzelne Jahre nicht. Es gibt Phasen mit deutlich höheren und mit negativen Ergebnissen, auch über mehrere Jahre hinweg. Für die Entnahmephase und für vorsichtige Szenarien sollte eine niedrigere Annahme gewählt werden.

Sollte die Entnahme jedes Jahr gleich hoch sein?

Nicht zwingend. Eine feste, mit der Inflation steigende Entnahme gibt Planungssicherheit, belastet das Vermögen aber in schwachen Jahren stark. Eine flexible Regel, die nach Verlustjahren vorübergehend weniger entnimmt, verlängert die Reichweite spürbar. Oft ist eine Mischung sinnvoll: ein fester Grundbetrag für die laufenden Fixkosten und ein variabler Teil für alles Weitere.

Muss ich auf Entnahmen aus dem Depot Steuern zahlen?

Besteuert wird nicht die Entnahme selbst, sondern der darin enthaltene Ertrag. Verkaufen Sie privat gehaltene Anteile, fällt Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag auf den Kursgewinn an, gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Teil, der eingezahltes Kapital zurückführt, bleibt steuerfrei. Kommt das Geld aus einer Holding, löst die Ausschüttung an Sie zusätzlich Abgeltungsteuer aus.

Wie hoch sollte die Liquiditätsreserve im Ruhestand sein?

Eine verbreitete Orientierung sind zwei bis drei Jahresentnahmen in liquiden, schwankungsarmen Anlagen. Bei 120.000 Euro Entnahme wären das 240.000 bis 360.000 Euro. Die Reserve bringt wenig Ertrag, verhindert aber, dass nach einem Kurseinbruch Anteile zu niedrigen Preisen verkauft werden müssen. Die genaue Höhe hängt von festen Ausgaben und weiteren Einkünften ab.